Wasserschaden

Wasserschäden können teuer und tückisch sein. Wenn das Wasser erst einmal in Wand, Boden und Deckenkonstruktion eingedrungen ist,  kann es nur durch eine technische Trocknung wieder entfernt werden. Das Ausmaß eines Wasserschadens wird stark reduziert wenn der Schaden schnell gemeldet, sofort lokalisiert und gezielt saniert wird. Bei den meisten Wasserschäden findet das Unter- oder Überdruckverfahren Anwendung.



Unterdruckverfahren

Das Unterdruckverfahren, auch als Vakuum- oder Saugverfahren bekannt, wird unter anderen eingesetzt, wenn Geruchsemissionen extrem hoch sind oder die Feuchtigkeit über einen langen Zeitraum eingewirkt hat.

Dadurch ist mit einem erhöhten Mikrobillen-Befall (Stäube, Fasern und Sporen) zu rechnen.  Diese Gerüche, Fasern etc. werden im Vakuumverfahren im Gerät zurückbehalten und nicht in den Raum abgegeben. Das Unterdruckverfahren wird auch speziell in empfindlichen Trocknungsobjekten wie OP-Räumen, Altersheimen, Schulräumen oder Kindergärten angewendet.


Zusätzlich kommt das Saugverfahren zur Anwendung, wenn in den Wärme- und Trittschalldämmungen (Isolation) stehendes Wasser vorhanden ist. In diesem Fall wird das Wasser abgesogen und muss nicht über die Verdunstung der Raumluft entzogen werden. Bei diesem Verfahren ist der Einsatz eines Filtersystems notwendig, damit der Verdichter nicht durch Wasser oder andere Materialien zerstört wird. Die aus dem Boden abgesaugte Luft wird durch Fein- und Hepafilter gereinigt, so dass keine gesundheitsgefährdenden Partikel in die Umwelt gelangen. 


So funktionierts

Die feuchte Luft wird über Bohrlöcher aus der Isolationsschicht gesogen und durch trockene Luft ersetzt. Die trockene Luft zieht aufgrund des erzeugten Unterdruckes automatisch über geöffnete Randstreifen (Kittfugen werden entfernt) nach. Falls sich viel Wasser im Unterlagsboden befindet, wird ein Wasserabscheider vor das saugende Aggregat gehängt.



Überdruckverfahren

Befindet sich nicht viel Wasser in der Dämmschicht oder handelt es sich nicht um speziell empfindliche Objekte, wird grundsätzlich das Überdruckverfahren angewendet.

 

So funktionierts

Bei diesem Trocknungsverfahren wird warme trockene Luft durch Öffnungen (z.B. Bohrlöcher oder Randschlitzdüsen) in die Isolationsschicht eingeblasen. Während die trockene Luft den Boden durchströmt, reichert sie sich mit Feuchtigkeit aus dem Bodenaufbau an. Anschliessend entweicht sie über die Randfugen oder andere Entlastungsöffnungen in den Raum zurück und wird wieder vom Entfeuchtungsaggregat angezogen und ausgetrocknet.